Eine Erbschaft kann Vermögen und Verpflichtungen enthalten. Wer nur Kontostände betrachtet, übersieht möglicherweise Kredite, Bürgschaften, Steuern, Verträge oder Kosten der Abwicklung.
Eine schnelle vollständige Bestandsaufnahme verhindert, dass eine kurze Frist verstreicht und private Mittel für unbekannte Nachlassschulden gefährdet werden.
Bestand zuerst sichern
Erfasse Konten, Depots, Immobilien, Unternehmen, Versicherungen, Verträge und mögliche Forderungen sowie sämtliche Schulden. Sichere Unterlagen, ohne Vermögenswerte vorschnell zu verteilen.
Ein geordnetes Nachlassverzeichnis schafft die Grundlage für Annahme, Ausschlagung oder Haftungsbegrenzung.
Fristen ernst nehmen
Eine Ausschlagung muss regelmäßig innerhalb einer kurzen gesetzlichen Frist und in vorgeschriebener Form erklärt werden. Sonderfälle können Fristbeginn oder Fristlänge verändern.
Warte nicht allein auf ein Schreiben des Gerichts, wenn du bereits vom Erbfall und deiner möglichen Stellung weißt.
Minderjährige mitdenken
Eine Ausschlagung kann dazu führen, dass die nächste Person in der Erbfolge nachrückt. Bei minderjährigen Kindern entstehen zusätzliche Vertretungs- und Genehmigungsfragen.
Hole bei unklarem oder überschuldetem Nachlass sofort rechtliche Beratung ein.
Dein nächster Schritt
- Sichere alle verfügbaren Unterlagen und erstelle eine Vermögens-Schulden-Liste.
- Notiere Kenntniszeitpunkt und mögliche Ausschlagungsfrist.
- Kläre bei Unsicherheit unverzüglich Nachlassgericht oder fachliche Beratung.
Verlässliche Quellen
Leistungen, Bedingungen und gesetzliche Regeln können sich ändern. Prüfe deshalb Vertrag und aktuellen Stand.